Der Begriff "Trauma" ist weit verbreitet, aber was meint er eigentlich? Viele Menschen verbinden Trauma mit extremen Erlebnissen. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, was genau passiert ist, sondern wie unser Nervensystem darauf reagiert.
Was Trauma bedeutet
Ein Trauma entsteht, wenn etwas "zu schnell, zu viel, zu plötzlich" passiert und unser Nervensystem in einer Überforderungssituation gerät. Es kann sein, dass ein und diesselbe Situation von Menschen unterschiedlich verarbeitet wird. Nicht jeder zeigt zwangsläufig eine Traumareaktion bzw. Traumafolgestörung.
Arten von Trauma
Es gibt mehrere Arten, Traumata einzuteilen. Unterschieden werden bspw. Monotraumata (einmalig) und Komplextraumata (wiederholt). Außerdem wird nach Traumainhalt differenziert: Ein Trauma kann auf Bindungs- oder Körperebene passieren, durch Verlust, Katastrophen, Gewalt o.ä. entstehen oder auch transgenerational bedingt sein.
Symptome:
Die Symptome sind vielfältig, aber unter anderem zeigen sich häufig die Folgenden:
Viele Störungsbilder, z.B. Angsterkrankungen oder Depressionen können auf der Grundlage von Trauma entstehen, ohne dass das Trauma sofort sichtbar ist oder die Kernsymptome der Traumafolgestörung erfüllt sind.
Behandlung
Die Behandlung von Traumata verläuft in verschiedenen Phasen, wobei am Anfang eine Stabilisierung erfolgen sollte, um anschließend methodisch zu arbeiten. Bei Kindern sind spieltherapeutische Ansätze oft wirksam, oftmals geht es in jungen Jahren jedoch erstmal primär um Stabilisierung. Mit Jugendlichen nutze ich persönlich gern die IRRT-Methode, die als anerkannter Behandlungsansatz in der Traumatherapie gilt.
Traumatische Erlebnisse hinterlassen Spuren, müssen aber nicht das ganze Leben bestimmen. Mit den passenden Hilfen und Rahmenbedingungen ist es möglich, dass das Nervensystem lernt, sich wieder zu regulieren und das Erlebte zu integrieren.